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Schwere Schritte ertönten auf den steinernen Stufen des Turmes. Im noch zarten Licht des Frühlingsmorgens öffnete sich die Tür und die hochgewachsene, bekannte Gestalt betrat den Raum. In Gedanken versunken näherte sie sich dem an der hinteren Wand befindlichen Käfig, in dem eine kleine Gestalt leicht zurückwich. Im Lichtschein, des darüber liegenden Fensters erkannte Reikinah das Gesicht ihres Meisters, der nun angesäuert einige Worte murmelte, worauf sich das blendende Licht aus seinem Gesicht zurückzog, da das kleine Fenster sich verdunkelte. Gleichgültig öffnete er die vergitterte Tür des Käfigs und warf achtlos den bewusstlosen Körper eines gehörnten Kindes hinein. 

 

 

"Siikah passt auf!"

Es war ein sonnig heißer Sommertag, an dem der Magier und Wissenschaftler, der den Namen - trug diesen Satz zum ersten mal hörte. Ohne Vorsatz oder Wissen hatte er ein Monster geschaffen. Aus drei der mächtigsten Gefühlen zu denen menschenähnliche Lebewesen fähig sind. Angst, Hass und Verzweiflung. Von diesem Tage an schien Salikas Geist, wie auch ihr Körper regelrecht zu degenerieren. Gründe hierfür waren einerseits natürlich, dass ihr einziger sozialer Kontakt erloschen war, andererseits aber streckte auch der Wahnsinn immer weiter seine klammen Finger nach dem Mädchen aus. So kam es, dass ihr, auf Grund ihres jungen Alters, ohnehin nur recht geringer Wortschatz, ganz plötzlich noch kleiner geworden schien. In den Phasen in denen sie überhaupt sprach fiel auf, dass sie von sich selbst nur noch in dritter Person sprach, als hätte etwas fremdes sich in ihrem Körper eingenistet. Zudem vereinfachte sie ihre Sätze sowohl grammatikalisch, als auch sachlich stark. Zeitweise schien sie das Greifen mit allen Fingern, sowie das Sprechen ganz zu verlernen. Zahlreiche fehlgeschlagene Experimente taten ihr übriges. Mit fleckig schwarz verfärbter, an vielen Stellen Unebenheiten, offene Wunden und Verhärtungen aufweisender Haut, die Augen unnatürlich grün verfärbt, darin der Hunger eines Raubtieres, das Gesicht gespickt von Hörnern, der Mund besetzt mit langen Reißzähnen, mutete die Gestalt Siikahs bald schon alles andere als menschlich an. So kauerte sie in ihrem Käfig, lauernden Blickes und wartete. Tag um Tag wartete sie, denn sie wusste ihre Chance würde kommen.

 

 

 "Salika?" eine schmale Hand legte sich auf die des gehörnten Mädchens, das noch immer reglos dalag. Wortlos öffneten sich grüne Augen und starrten in eisblaue. Erleichtert ließ das blasse Kind sich nach hinten fallen, während Salika sich aufrichtete. Ihre Stimme klang so keck und heiter wie immer, wenn auch noch ein klein wenig benimmen "So schnell kriegt mich nichts klein" Ein überlegenes Grinsen umspielte ihre feinen, kindlichen Züge. Reikinah erwiederte das Lächeln, bis ihr Gesicht plötzlich einen besorgten Ausdruck annahm. Ausgehend von den Hörnern auf der Stirn ihrer Freundin verfärbte die Haut sich langsam, doch unaufhörlich ausbreitend grau...

 

 

 

 

 

 

Eine Insel, ein Turm, ein Zimmer, zerstörte Möbel, ein zerrissenes Bett, Blutspuren, und mitten darin...

"Siikah?!"

Siikahs Augen weiteten sich, als sie die Stimme ihres Meistern hörte, seine Schritte auf den Treppen... nicht mehr viel Zeit... Sie sah sich um. Ein zerstörter Raum, nur eine Tür, kein Fenster - keine Fluchtmöglichkeit. Wohin? In Panik juchzend, dreht ein  kleines gehörntes Wesen sich immer wieder im Kreis, dabei immer mehr Blutspuren auf dem Boden verteilend. 

"Siikah!" Mit geweiteten Augen, steht der Meister in der Tür, erblickt den Tiefling, der sich jetzt zitternd, ansonsten erstarrt, auf dem Boden des Zimmers zusammenkauert.

"Siikah, was ist denn passiert? Was ist los?" Siikah sah auf, als die Hand des Meisters sie berührte. Nicht Zorn und Verachtung waren in seinem Gesicht... etwas anderes...

Siikah kannte diesen Ausdruck nicht.

 

 

Ein Wald, ein Turm, ein Zimmer, zerstörte Möbel, zerbrochene Gläser, ausgelaufene Flüssigkeiten, Blutspuren, und mitten darin...

"Siikah?!"

Siikah schreckte hoch von ihrer Tätigkeit, Glassplitter aus ihren Wunden zu entfernen, als sie die Stimme ihres Meistern hörte, seine Schritte auf den Treppen... nicht mehr viel Zeit... Sie sah sich um. Ein verwüsteter Raum, nur eine Tür, ein kleines Fenster -zu weit oben- keine Fluchtmöglichkeit. Wohin? In Panik juchzend, dreht ein  kleines gehörntes Wesen sich immer wieder im Kreis, dabei immer mehr Blutspuren auf dem Boden verteilend. 

"Siikah!" Mit vor Zorn verzerrtem Gesicht, steht der Meister in der Tür, erblickt den Tiefling, der sich jetzt zitternd, ansonsten erstarrt, auf dem Boden des Zimmers zusammenkauert.

"Siikah, du wertloser Fehlversuch! Wie bist du aus deinem Käfig gekommen!?" Siikah sah auf, als der Meister die Hand erhob und fremde Worte murmelte.
Ein Schmerz erfasste sie, warf sie zurück. Röchelnd kam sie auf die Beine, als es ein zweites Mal ihren Körper durchfuhr... Schwärze...




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